Historische Vorschriften in Bezug auf den Karneval in Rheinberg

In diesem Beitrag werden Gesetze und sonstige Vorschriften gesammelt, die in früheren Zeiten in Bezug auf den Karneval in Rheinberg galten.

1707: Saufen und Fressen zur Fastnacht verboten

Ab 1703 gehörte Rheinberg zu Preußen und war dort verwaltungsmäßig dem nördlich angrenzenden Herzogtum Kleve zugeordnet. Zu dieser Zeit waren Karnevalsveranstaltungen gleich gänzlich verboten. Die restriktiven Geldbußen („Brüchten“ bzw. „Pöen“), die besondere Aufforderung an die Beamten zu ihrer unnachgiebigen Durchsetzung und der Umstand, dass diese Vorschrift wiederholt veröffentlicht werden mußte, deuten allerdings darauf hin, dass es die Menschen im Lande nicht ganz so streng sahen mit den Vorschriften ihrer Regierung:

15. Wie imgleichen bey einfallender Zeit alle Fast-Nachtspiel und dabey gepflegten fressen und sauffen als ein heydenisches unchristliches Wesen , bey einer Pöen von 25. Goltgülden einem Jedem ohne Unterscheidt der Religion ernstlich verbotten haben , welche Pöenen Ihr unsere Beambten so fort unnachlässig außforderen unsern zeitlichen Brüchten Empfängern inner 14. Tagen einschicken sollet.

zitiert nach Scotti, Sammlung der Gesetze und Verordnungen, welche in dem Herzogthum . Cleve und in der Grafschaft Mark über Gegenstände der Landeshoheit , Verfassung , Verwaltung und Rechtspflege ergangen sind, vom Jahre 1418 bis zum Eintritt der königlich preußischen Regierungen im Jahre 1816, Zeiter Theil, vom Jahr 1701 bis zum Jahr 1750 und von Nro . 506 bis incl . Nro . 1592 (veröffentlicht bei Google Books, S. 40 des Digitalisats).

1757: Der Papst ist krank – kein Karneval!

Nach dem Abzug der Preußen ging Rheinberg im Jahr 1715 wieder an das Erzbistum Köln, und dort ist man per definitionem natürlich auch dem Wohl des Papstes verpflichtet. Die Kölner selbst übrigens scheinen schon zu dieser frühen Zeit die größten Parties im Lande in gestalt von Maskenbällen veranstaltet zu haben:

551. Bonn den 15. Januar 1757.
Clemens August, Erzbischof und Kurfürst
Wegen der bedenklichen Zeitverhältnisse, wegen der fortdauernden Kränklichkeit S. H. des Pabstes und wegen des erfolgten Todes der verwittweten Kaiserinn, werden im rheinischen Erzstifte alle Maskeraden und Mummereien und mehr noch der Besuch der zu Cöln veranstalteten öffentlichen Maskenbälle, bei 25 Gldg. Strafe, verboten.

zitiert nach Scotti, Gesetze und Verordnungen, welche in dem vormaligen Churfürstenthum Cöln im rheinischen Erzstifte Cöln, im Herzogthum Westphalen und im Veste Recklinghausen über Gegenstände der Landeshoheit, Verfassung, Verwaltung und Rechtspflege ergangen sind, vom Jahre 1463 bis zum Eintritt der Königl. Preußischen Regierungen im Jahre 1816.
Erste Abtheilung, enthält die Gesetzgebung für den gesammten Chur-Staat Cöln bis zu seiner gänzlichen Auflösung am Ende d. J. 1802.
Zweiter Theil, vom Jahre 1730 bis zum Jahre 1802, und von Nr. 401 bis Nr. 1058, nebst Sachverzeichniß, Nr. 551 (gefunden bei Google Books, S. 79 des Digitalisats)

1861: Masken nur mit polizeilicher Erlaubnis

Auszug aus dem Rheinberger Wochenblatt mit einem Polizei-Beschluss
Polizeibeschluss, Auszug aus dem Rheinberger Wochenblatt vomm 09.02.1861, gefunden bei zeitpunktNRW
Kurz vor Karneval 1861 erinnert Bürgermeister Claßen in Rheinberg noch einmal an die geltenden Vorschriften. So dürfen öffentliche Aufzügen „an den drei Carnevalstagen am 10., 11. u. 12. dieses Monats […] nur nach vorher erfolgter polizeilicher Genehmigung stattfinden. Selbst einzelne Masken bedürfen der polizeilichen Genehmigung! Dennoch laden in derseben Ausgabe die Gaststätte Börgmann in Rheinberg und die Orsoyer Gaststätten Peschges und Witwe Winschuh zum Tanz
Quelle: Rheinberger Wochenblatt Nr. 6 vom 9. Februar 1861, S. 3 (bei zeitpunktNRW)

Römische Siedlungsspuren in Rheinberg – Spurensuche in der Literatur

Pick, Richard, „Der ehemalige Kurthurm bei Rheinberg“ in „Monatsschrift für rheinisch-westfälische Geschichtsforschung und Alterthumskunde“, III. Jahrgang 1877, S. 602-604
Online lesen bei Google Books
„Es kann daher wohl wahr sein, daß der alter viereckiger Thurn, so sich in der Heide eine halbe Stund von der hiesigen Stadt [Rheinberg] befindet, und ungefähr 40 Fuß in die Höhe, sodann 11 1/2 Fuß in der Breite einer jeden Seiten Maur hält, auch unten gar keinen Eingang noch Ofnung hat, von den Römern erbauet, und darzu gedienet habe, um auf selbigen mit angesetzten Leytern die nahe Ankunft des Feinds anzukündigen. (…)“

Wittrup, S. 2f. Fn 3 enthält Hinweise zur genaueren Lage des Turmes und vermutet ihn bei Kurkampskath. Der Turm wird in den Rheinberger Akten unter dem Namen Kuhrturm, „Steene toorn“ oft genannt (z. B. Ratsprotokoll vom 6. Juli 1712).

Rheinberg: Kleingärten östlich des „Tors der Toten“ am Jenneckes Gatt?

Auf Luftbildern aus dem Jahr 1962 sind östlich des heutigen Kriegerdenkmals recht deutlich Grünanlagen zu sehen, die ihrer Struktur nach nicht den umgebenden Wiesen und Weiden entsprechen, sondern eher aussehen wie Kleingärten oder Grabeland.

Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
RW 0230 / Hansa Luftbild AG, Luftbildpläne 1951-1970 RW 0230, Nr. 1003
(1003) Rheinberg Ost, Gauß-Krüger-Koordinaten: Rechtswert: 2542, Hochwert: 5712
BestellsignaturRW 0230 / Hansa Luftbild AG, Luftbildpläne 1951-1970 RW 0230, Nr. 1003
Aufnahme vom 11.04.1952

Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
RW 0434 / Hansa Luftbild, Luftbildpläne 1:10.000 RW 0434, Nr. 3097
(3097) Rheinberg, Gauß-Krüger-Koordinaten: Rechtswert: 2540, Hochwert: 5712
Aufnahme von 1962

Nicht mehr vorhanden auf der entsprechenden Aufnahme des Jahres 1968:
Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
RW 0434 / Hansa Luftbild, Luftbildpläne 1:10.000 RW 0434, Nr. 4379
(4379) Rheinberg, Gauß-Krüger-Koordinaten: Rechtswert: 2540, Hochwert: 5712
BestellsignaturRW 0434 / Hansa Luftbild, Luftbildpläne 1:10.000 RW 0434, Nr. 4379
Laufzeit: 1968

Essemerstein als Grenzstein zwischen Rheinberg und Budberg

Darstellung des Essemersteins auf einer Karte von 1760
in der Legende als Nummer „2) … … von Dreylimiten, Essemer Stein genannt“
Quelle:
Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
RW Karten / RW Karten, Nr. 2332
(2332) [Karte des alten und neuen Rheins bei Rheinberg. Mit Rheinberg und Ossenberg]. Praes. Rheinberg ad protocollum clem. Commissionis d. 30. Nov. 1760. Lit. H. I 27a/41
Bestellsignatur RW Karten / RW Karten, Nr. 2332
Laufzeit[um 1760]
Maẞe: Höhe: 48 cm, Breite: 38 cm

In alten Texten
Wittrup, Aloys: Rechts- und Verfassungsgeschichte der kurkölnischen Stadt Rheinberg, 1914, S. 41 unter Verweis auf Mastiaux S. 155:
„Bei dem jahrhundertealten Grenzstein, dem Essemerstein, der nahe vor den Stadtwällen auf de höher gelegenen Feld hinter den sogenannten Niepbenden (dem neuen St. Nikolaushospital gegenüber) stand, schied das Rheinberger und das Budberger Gericht. (…)“

Pick, Richard „Zur Geschichte der Stadt und des ehemaligen Amtes Rheinberg“ in „Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein, insbesondere die alte Erzdiözese Köln“, 39. Heft, Köln, 1883, S. 1 – 140, S. 3 (ebenfalls unter Verweis auf Mastiaux)

Noch gesuchte Quelle:

Johann Gottfried von Mastiaux, 1784: „Historisch-geographische Beschreibung der Stadt und Amts Rheinberg“
Versuch einer Lokalisierung auf heutigen Karten

Nicht eingeordnete Quelle in einer in niederländischer Sprache geschriebenen Chronik:
https://books.google.de/books?id=bYEAAAAAcAAJ&lpg=PA105&ots=NfVkTQMRUc&dq=essemerstein&hl=de&pg=PA105#v=onepage&q=essemerstein&f=false
Gert’s van der Schüren Chronik von Cleve und Mark, S. 105 (über Zollaufhebungen durch klevische Herrscher „den Rhein herauf als von dem Essemerstein bis Raveswan“).

Kulturkampf in den Kirchenbüchern St. Peter Rheinberg

Im „Register Taufen“, Kirchenbuch von 1875 – 1893, findet sich gleich im Einband ein Text, der eigentlich nicht zu den vorgesehenen Inhalten gehört:
Ein Ausriß aus einer nicht benannten Zeitung oder Zeitschrift, die ihrerseits aus der deutschen Reichszeitung zitiert, wo ein Gedicht einer Schwester Seraphine veröffentlicht wird, die sich angesichts des Kulturkampfes mit ihren Ordensschwestern aus dem deutschen Reich verabschiedet.

Spanischer Vallanturm: Die Sache mit dem unterirdischen Geheimgang

Die Rheinberger Kinder erzählten sich vor Jahren, es habe früher einen geheimen unterirdischen Gang vom spanischen Vallan in die Stadtmitte gegeben. Der Ort, an dem dieser Gang münden sollte, wechselte, mal war es das Rathaus, mal die Kirche, mal war er unbestimmt.
Es erscheint recht unwahrscheinlich, dass man einen Außenposten der Stadtbefestigung derart verwundbar macht, dass ein Angreifer von dort aus ohne die Hindernisse des Wallgrabens etc. in die Stadt vordringen könnte. Das hübsche Türmchen, das heute auf der Fläche dieser ehemaligen Befestigung steht, wurde zudem erst gebaut, als Rheinberg schon keine Festung mehr war.
Von den statischen Herausforderungen eines derartigen Tunnels ganz zu schweigen.
Postkarten aus der Zeit um 1900 zeigen aber, wo diese Erzählung ihren wahren Kern haben könnte: Spanischer Vallanturm: Die Sache mit dem unterirdischen Geheimgang weiterlesen

Fossilien im Düsseltal (Düsseldorf)

Muschelfossilien aus dem Düsseldorf

Bei einem Sonntagsspaziergang im Düsseltal am Gödinghover Weg in Düsseldorf kullerte er uns vor die Füße: Ein großer, schwerer Brocken Lehm mit auffällig unregelmäßiger Struktur. Bei näherem Hinsehen zeigten sich Abdrücke von Muschelschalen darauf. Unsere Neugier war geweckt…
Wann und wie sind sie dorthin gekommen?

Muschelfossilien aus dem Düsseldorf

Mit vereinten Kräften wurde geforscht und recherchiert. Jetzt wissen wir mehr über die Lößterrassen und die darin liegenden Muscheln.

Geschichte der Lößterrassen
Die hohen Terrassen nördlich und südlich des heutigen Tals der Düssel zwischen Erkrath und Düsseldorf gehören zum Naturraum Mettmanner Lößterrassen (Nr. 337.100).
Das dazwischenliegende Tal der Düssel bildet in diesem Bereich einen eigenen Naturraum namens Düsseltalmündung (Nr. 550.13) – auch wenn dieser sich gerade nicht bis zur Mündung der Düssel in den Rhein erstreckt.
Wenn wir alles richtig verstanden haben, lagen diese Terrassen vor Urzeiten (ca. 25 Millionen Jahren) am Grund eines Meeres.

Geschichte der Muscheln etc.
So wie heute an der Nordsee, lebten auch damals schon Muscheln oder ihre Ahnen am Grunde der Meere. Und wenn sie eingingen, dann blieben die Schalen am Meeresboden liegen und wurden nach und nach von weiteren Schichten abgestorbener Tier u.ä. bedeckt. Mit dem entstehenden Druck bildeten sich die Formen der Muscheln in der Umgebung ab. Die eigentlichen Muschelschalen aus Kalk wurden dabei jedoch ersetzt, erhalten blieben die Abdrücke der Muscheln – hier eben im umliegenden Lehmboden. Was man heute dort findet, besteht also durch und durch „nur“ aus Lehm, der härtere Muschelkalk ist vergangen. Dennoch kann man die alten Formen noch sehr gut erkennen.
Allerdings ist es meist nicht möglich, eine ganze Muschelschale (also Oberseite und Unterseite) aus dem Löß herauszubekommen. Man sieht immer nur die eine Seite der Muschel.

Mehr zum Thema in einem Veranstaltungsbericht der Naturfreunde Düsseldorf über ein Seminar

Rheinberg Pulverturm

Übersetzung der lateinischen Inschrift

Westerburgensis Sifridi Coloniensis
presulis imperio rheni custodia Fio
me fiere fecit Franco me fabricat arte
Henricus Lu###s non pugno marte sed arte
#### inscriptum renovatum 1932

Für eine flüssige Übersetzung hat das Latinum nicht gereicht. Einstweilen steht sie hier nur als Merkposten.

Spanischer Vallan

Spanischer Vallan

Der weiße Turm mit dem schwarzen Dach und den grünen Blendläden im Rheinberger Stadtpark heißt seit Jahren „Spanischer Vallan“. Auch eine Pumpennachbarschaft trägt diesen Namen.
Über die Geschichte des Bauwerks ist aber wenig veröffentlicht. Sein ungewöhnlicher sechseckiger Grundriss lässt ihn leicht „spanisch“ erscheinen, aber das ist sicher nicht der Grund für die Namensgebung.

Spanischer Vallan
Spanischer Vallan im Rheinberger Stadtpark (2019)

Der Standort war früher Teil der neuzeitlichen Stadtbefestigung mit hohen Wallanlagen, mehreren Wassergräben und dazwischenliegenden Erdwerken, sogenannten Ravelins. Im Stadtpark erkennt man die Kanten dieser Aufschüttung noch gut, weil der Vallanturm nicht nur auf einem Hügel steht, sondern auch das Gelände drumherum in Richtung Westen (zum Freibad und zum Moersbach hin) deutlich abfällt.

Schaut man in ältere Unterlagen, so sieht man bald, dass nicht der Turm, sondern das ganze Areal als Vallan oder auch Fallan bezeichnet wird.

Das älteste mir bekannte Beispiel ist ein Festungsgrundriss eines Zeichners namens Schlöhede (o.ä.), der im schwedischen Kriegsarchiv verwahrt wird und inzwischen als Digitalisat verfügbar ist. Diese – leider undatierte – Karte stammt vermutlich aus der Zeit 1630-1648 und verzeichnet die Namen der verschiedenen Bauteile der Rheinberger Stadtbefestigung. U.a. mit dem Buchstaben O gekennzeichnet einen Ravelin mit der Bezeichnung „Spanischer Anfall“.

Festungsgrundriss Rheinberg mit den Namen der Bollwerke und sonstigen Bauteile (1630-1648)

Ich habe die Beschriftungen aus der Legende in schwarz in die Karte übertragen und die Kontraste etwas verändert, damit das Ganze leichter lesbar wird und stelle sie hier zur Verfügung:

Festung Rheinberg zwischen 1630 und 1648 mit den Bezeichnungen der Festungsbauteile (Bearbeitung für akkapuma.de)

Originalquelle: Kupferstich „Rheinberg. Geometrische Grundt Riss Der Festunge Rheinberg, wie solche mit Ihrer Fortification umgeben.“ Zum Archiveintrag Direkt zum Digitalisat der Karte im schwedischen Reichsarchiv (https://sok.riksarkivet.se/bildvisning/K0006564_00001) Das Bauteil befindet sich auf der Karte links oberhalb der Mittelfalz

Spätere Vorkommen gibt es z.B. in einer Akte mit dem Titel „Beihilfe für den ’Turm auf der spanischen Fallan, Rheinberg, Kreis Moers“ aus den Jahren 1937-1938.

(Quelle: https://www-p.archivportal-d.de/item/63RAFIDOLGGVZHKQXQSUPQJB4KAIMQJT?referrer=%2Fitem%2FESJKJQEHSIRSRVZZW4M6LCA7KS6RSRM6&sort=random_6606347856043527658&rows=20&offset=0&viewType=list&hitNumber=1&facetValues%5B%5D=provider_id%3DTEKIZJAF3QHG6ARXWAUL445JJHMHGYQ5&_=1578243302713)

Oder auch in in diesen Akten im Landesarchiv Rheinland: Verpachtung der Gouverneursgärten zu Rheinberg (betr. die Gärten auf dem äußeren Wall, den Spanischen Vallan und den Platz der Antoniuskirche) und Verpachtung der Spanischen Vallan zu Rheinberg (Pächter Schultheiß C.F.A. Erlenwein 1764, Amtsverwalter d.Scheffer 1793).

Hier fällt zweierlei auf:

  1. „Vallan“ bezeichnet offenbar nicht den Turm, sondern das Areal (möglicherweise den früheren Ravelin).
  2.  Und außerdem schreibt sich das Ganze hier noch mit „F

Andere Vorkommen von „Spanischer Anfall“

Die Bezeichnung „spanischer Anfall“ wird in der zeitgenössischen Literatur nicht nur für die territoriale Zuordnung Spaniens an ein anderes Herrscherhaus verwendet („spanischer Anfall an Österreich“), sondern auch als Ortsangabe:

Jacobi Franci Relationis Historicae Continuatio, Jacobi Franci Historische Beschreibung aller denckwürdigen Historien (…) 1615

Weiterer Verlauff mit Ostende vom 25. May bis zu End des Juni.

Den 25. May ist inn Ostenende der Stadischen Minirer La Cron und den 26. hernach der Coronel Verburch geschossen worden / Diesen Tag sind die Conterscherpen aussen am newen Wall bestellt worden.

(…) Den 28. haben die Spanischen das newe abgeschnitten Werck von Porsepick gesprengt, so daß der Stadischen 20 geblieben, welche auff der Spanischen Anfall nach der Statt zu wichen, und dismal wol ein nahmhafftigs verloren gaben, da die sich wol hetten stand ohn mehrern schaden können halten, dann die Presse oder Loch vom sprengen war nit so groß als sie wol meinten. In diesem Anfall der Spanischen ist ein Stadischer Fendrich erschossen und der Capitän Lanz Kron verlohren worden, welcher, wie man hernach vernommen, bey den Spanischen gefangen gesessen. (…)

Kupferstiche der Stadt Rheinberg

Kupferstiche zeigen die Stadt und machen Stadtgeschichte anschaulich. Früher gab es sie nur bei Sammlern oder in großen Archiven zu besichtigen. Oft genug stammen sie aus größeren Sammelbänden, die dann von Verkäufern aufgetrennt und einzeln verkauft wurden.

Viele Bibliotheken stellen inzwischen Digitalisate der Hauptwerke ins Internet. Auf diese Weise sind die Stiche nun für jedermann abrufbar und jeder kann sie bequem von zuhause aus studieren.

Wenn ich Quellen auftun kann, dann schreibe ich sie hierher.

Thooneel der Steden ende sterckten van t’Vereenight Nederlandt

Autor / Hrsg.: Peeters, Johann ; Bouttats, Gaspar ; Peeters, Johann ; Bouttats, Gaspar Verlagsort: Antwerpen

Erscheinungsjahr: s.a. [nach 1685]

Verlag: de Pazzi

Permalink: http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb11165159-7

Kommentar:
Stadtansicht von Rheinberg von der Rheinseite aus, mit sehr starken Befestigungen; stellt auch die evangelische Kirche dar

Blaeu/Bleau: Theatrum ichnographicum…

Hier: Abbildungen, die bei Ute Geißler, „Die Stadt Rheinberg am Niederrhein und ihre Befestigungsanlagen“ im Abbildungsverzeichnis enthalten sind.

„Abb. 14 Ausschnitt aus dem Festungsgrundriß Rheinberg 1696 (52 x 36 cm)
Kupferstich von W. J. Bleau, verlegt von F. de Wit Amsterdam
Aus: Theatrum ichnographicum omnium urbium…“

Eigene Recherche:
Theatrum ichnographicum omnium urbium et praecipuorum oppidorum Belgicarum XVII provinciarum“ gibt es zwar als Digitalisat bei der niederländischen Nationalbibliothek (KB), allerdings enthält es keinen Plan von Rheinberg, weder im Inhaltsverzeichnis (p. 2) Rheinberg o.ä., noch in den Abbildungen.

Toonneel der steden van de Vereenighde Nederlanden, met hare beschrijvingen

Blaeu, Joan, 1596-1673.

enthält drei Kupferstiche, die die Stadt Rheinberg zeigen:

  • Bl. 315: „RHENOBERKA“ – Festungsgrundriss (nur Befestigungsanlagen, ohne zivile Gebäude o.ä.), ohne Datumsangabe
  • Bl- 317: „Rhenoberca obsessa et capta arnis ordinum Belgicae federatae ductu III Principis Mauritii Nassovii Arausionensium Principis Naßaviae Comitis, etc. Anno 1601“
  • Bl. 319: „Obsidio Rhinbercae ad vivum expressa cum suis dimensionibus ex mandato Execellentissimi Frederici Henrici Nassovii Principis. Auraici opera celebris et ingeniose Petri Manteau et Iajobi Culen-burgh Anno 1633“
    (sehr detailreiche Karte von Rheinberg und Umgebung während der Belagerung 1633)

Als Digitalisat verfügbar in der Library of Congress