Fossilien im Düsseltal (Düsseldorf)

Muschelfossilien aus dem Düsseldorf

Bei einem Sonntagsspaziergang im Düsseltal am Gödinghover Weg in Düsseldorf kullerte er uns vor die Füße: Ein großer, schwerer Brocken Lehm mit auffällig unregelmäßiger Struktur. Bei näherem Hinsehen zeigten sich Abdrücke von Muschelschalen darauf. Unsere Neugier war geweckt…
Wann und wie sind sie dorthin gekommen?

Muschelfossilien aus dem Düsseldorf

Mit vereinten Kräften wurde geforscht und recherchiert. Jetzt wissen wir mehr über die Lößterrassen und die darin liegenden Muscheln.

Geschichte der Lößterrassen
Die hohen Terrassen nördlich und südlich des heutigen Tals der Düssel zwischen Erkrath und Düsseldorf gehören zum Naturraum Mettmanner Lößterrassen (Nr. 337.100).
Das dazwischenliegende Tal der Düssel bildet in diesem Bereich einen eigenen Naturraum namens Düsseltalmündung (Nr. 550.13) – auch wenn dieser sich gerade nicht bis zur Mündung der Düssel in den Rhein erstreckt.
Wenn wir alles richtig verstanden haben, lagen diese Terrassen vor Urzeiten (ca. 25 Millionen Jahren) am Grund eines Meeres.

Geschichte der Muscheln etc.
So wie heute an der Nordsee, lebten auch damals schon Muscheln oder ihre Ahnen am Grunde der Meere. Und wenn sie eingingen, dann blieben die Schalen am Meeresboden liegen und wurden nach und nach von weiteren Schichten abgestorbener Tier u.ä. bedeckt. Mit dem entstehenden Druck bildeten sich die Formen der Muscheln in der Umgebung ab. Die eigentlichen Muschelschalen aus Kalk wurden dabei jedoch ersetzt, erhalten blieben die Abdrücke der Muscheln – hier eben im umliegenden Lehmboden. Was man heute dort findet, besteht also durch und durch „nur“ aus Lehm, der härtere Muschelkalk ist vergangen. Dennoch kann man die alten Formen noch sehr gut erkennen.
Allerdings ist es meist nicht möglich, eine ganze Muschelschale (also Oberseite und Unterseite) aus dem Löß herauszubekommen. Man sieht immer nur die eine Seite der Muschel.

Mehr zum Thema in einem Veranstaltungsbericht der Naturfreunde Düsseldorf über ein Seminar

Spanischer Vallan

Spanischer Vallan

Der weiße Turm mit dem schwarzen Dach und den grünen Blendläden im Rheinberger Stadtpark heißt seit Jahren „Spanischer Vallan“. Auch meine Pumpennachbarschaft leitet ihren Namen von ihm ab.
Über die Geschichte des Bauwerks ist aber wenig veröffentlicht. Sein ungewöhnlicher sechseckiger Grundriss lässt ihn leicht „spanisch“ erscheinen, aber das ist sicher nicht der Grund für die Namensgebung.

Spanischer Vallan
Spanischer Vallan im Rheinberger Stadtpark (2019)

Der Standort war früher teil der neuzeitlichen Stadtbefestigung mit hohen Wallanlagen, mehreren Wassergräben und dazwischenliegenden Erdwerken, sogenannten Ravelins. Im Stadtpark erkennt man die Kanten dieser Aufschüttung noch gut, weil der Vallanturm nicht nur auf einem Hügel steht, sondern auch das Gelände drumherum in Richtung Westen (zum Freibad und zum Moersbach hin) deutlich abfällt.

Schaut man in ältere Unterlagen, so sieht man bald, dass nicht der Turm, sondern das ganze Areal als Vallan oder auch Fallan bezeichnet wird.

So z.B. in einer Akte mit dem Titel „Beihilfe für den ’Turm auf der spanischen Fallan, Rheinberg, Kreis Moers“ aus den Jahren 1937-1938.

(Quelle: https://www-p.archivportal-d.de/item/63RAFIDOLGGVZHKQXQSUPQJB4KAIMQJT?referrer=%2Fitem%2FESJKJQEHSIRSRVZZW4M6LCA7KS6RSRM6&sort=random_6606347856043527658&rows=20&offset=0&viewType=list&hitNumber=1&facetValues%5B%5D=provider_id%3DTEKIZJAF3QHG6ARXWAUL445JJHMHGYQ5&_=1578243302713)

Hier fällt zweierlei auf:

  1. „Vallan“ bezeichnet offenbar nicht den Turm, sondern das Areal (möglicherweise den früheren Ravelin).
  2.  Und außerdem schreibt sich das Ganze hier noch mit „F

Andere Vorkommen von „Spanischer Anfall“

Die Bezeichnung „spanischer Anfall“ wird in der zeitgenössischen Literatur nicht nur für die territoriale Zuordnung Spaniens an ein anderes Herrscherhaus verwendet („spanischer Anfall an Österreich“), sondern auch als Ortsangabe:

Jacobi Franci Relationis Historicae Continuatio, Jacobi Franci Historische Beschreibung aller denckwürdigen Historien (…) 1615

Weiterer Verlauff mit Ostende vom 25. May bis zu End des Juni.

Den 25. May ist inn Ostenende der Stadischen Minirer La Cron und den 26. hernach der Coronel Verburch geschossen worden / Diesen Tag sind die Conterscherpen aussen am newen Wall bestellt worden.

(…) Den 28. haben die Spanischen das newe abgeschnitten Werck von Porsepick gesprengt, so daß der Stadischen 20 geblieben, welche auff der Spanischen Anfall nach der Statt zu wichen, und dismal wol ein nahmhafftigs verloren gaben, da die sich wol hetten stand ohn mehrern schaden können halten, dann die Presse oder Loch vom sprengen war nit so groß als sie wol meinten. In diesem Anfall der Spanischen ist ein Stadischer Fendrich erschossen und der Capitän Lanz Kron verlohren worden, welcher, wie man hernach vernommen, bey den Spanischen gefangen gesessen. (…)

Heimatkundliche Quellen Rheinberg

Taufbuch Rheinberg September 1632

Kirchenbücher von Rheinberg St. Peter (digitalisiert)

Taufbuch Rheinberg September 1632

http://data.matricula-online.eu/de/deutschland/muenster/rheinberg-st-peter/

z.B. mit der Taufe eines Verwandten (Sohnes?) des Eroberers der Stadt, Spinola. Entdeckt beim Durchblättern des ersten verfügbaren Taufbuchs, 1629-1642, aber leider nicht exakt notiert.

Oder mit frechen Kommentaren der Pfarrer über nichtehelich geborene Kinder wie z.B. im September 1632 als Taufe Nr. 21 „Baptisatus est proles Dionysii et Catharinae et vocatus Julianus (Taufbuch S. T_029)

Zu dieser Zeit gibt es in Rheinberg mehrere Kohorten, die nach ihren Leitern bezeichnet werden sowie eine „Squadron“ (vermutlich: Kavallerieeinheit).

Adressbuch Rheinberg von 1861

bei der ULB Düsseldorf als Digitalisat: http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/urn/urn:nbn:de:hbz:061:1-478404

S. 367 ff. Einwohnerzahl 1861: 3183, näher bezeichnet nach Katholiken, Protestanten und Menschen jüdischen Glaubens (70)
https://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/periodical/pageview/8399329

Rechtsvorschriften

Gesetze und Verordnungen 1463 – 1816:

„Sammlung der Gesetze und Verordnungen, welche in dem vormaligen Churfürstenthum Cöln (im rheinischen Erzstifte Cöln, im Herzogthum Westphalen und im Veste Recklinghausen) über Gegenstände der Landeshoheit, Verfassung, Verwaltung und Rechtspflege ergangen sind“

Mehrbändige Sammlung von Scotti (1830), als Digitalisat verfügbar beim https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/finde/langDatensatz.php?urlID=4348&url_tabelle=tab_literatur
(vollständig, aber keine Spracherkennung).

In Teilen, und mit Spracherkennung:

1. Theil, 1. Abtheilung vom Jahre 1463 bis zum Jahre 1730, und von Nr. 1 bis Nr. 400

1. Theil, 2. Abtheilung,